WAS EINT WAS TEILT WAS BLEIBT WAS BESCHREIBT HINTERGRUND

Von Modelotenreut zu Mödlareuth

Eine kurze Chronologie des Dorfes vom 14. Jahrhundert bis heute:

1374


Schild und Wappen an der Hauswand der einzigen Kneipe in Mödlareuth, dem Grenzgänger
Eine Zeittafel am "Grenzgänger" erinnert an die Historie des Dorfes
Quelle: Axel Springer Akademie
In einem Schreiben der Pfarrkirche des Nachbardorfs Gefell wird der Ort erstmals erwähnt - als "Modelotenreut".


1502


Mödlareuth wird in einem Landbuch erwähnt, das die Besitztümer in der Region aufführt. Allerdings gibt es wenig Informationen zu dem Dorf - nicht einmal seine Grenzen sind vermerkt.

1810


Der Tannbach, der durch Mödlareuth fließt, wird die offizielle Grenze zwischen dem Königreich Bayern und dem Fürstentum Reuß jüngerer Linie. Letzterer war ein Kleinstaat im Osten des heutigen Bundeslandes Thüringen. Auf die Bevölkerung hat die Grenzziehung kaum Auswirkungen: Mödlareuth hat eine Schule für alle Kinder des Dorfes sowie ein Wirtshaus, beide im reußischen Teil. Zur Kirche gehen die Bewohner in Töpen auf der bayerischen Seite.

1920


Das Fürstentum Reuß - und damit Mödlareuth - wird Teil des Landes Thüringen.

1945


Thüringen wird nach Ende des Zweiten Weltkriegs Teil der sowjetischen, Bayern Teil der amerikanischen Besatzungszone.

1949


Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland sowie der Deutschen Demokratischen Republik wird Mödlareuth durch die innerdeutsche Grenze geteilt. Die Bewohner können diese anfangs noch mit Passierschein überqueren.

1952


Die DDR fängt an, in Mödlareuth Maßnahmen gegen die Flucht ihrer Bürger in den Westen zu ergreifen. Zunächst wird ein hoher Bretterzaun errichtet. Dem folgt 1958 ein Stacheldrahtzaun.

1966


Grenztruppen der DDR errichten eine Betonmauer ähnlich der Berliner Mauer in Mödlareuth. Die amerikanischen Soldaten auf der Westseite des Ortes geben Mödlareuth daraufhin den Spitznamen "Little Berlin".

1973


Ein DDR-Bürger gelangt über die Mödlareuther Mauer in den Westen - der einzige erfolgreiche Fluchtversuch in der Geschichte des Ortes.

1988


Reparaturen an der Mauer führen dazu, dass West- und Ost-Mödlareuther nach 22 Jahren wieder Blickkontakt haben - wenn auch nur für wenige Wochen.

1989


Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze am 9. November setzen sich die Mödlareuther erfolgreich dafür ein, dass etwa einen Monat später auch in ihrem Dorf ein Grenzübergang für Fußgänger eröffnet wird.

1990


Am 17. Juni wird die Mödlareuther Mauer mit einem Bagger abgerissen - bis auf ein kurzes Stück, das heute zum Deutsch-Deutschen Museum gehört.







Johannes Wiedemann / Sonja Vukovic / 23.September 2009



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